Kategorie-Archiv: Straßen und Viertel

Die besten Strassen und Viertel in London

Stadtteile und Wohngegenden

Die Stadt London ist mit seinen knapp 7,9 Millionen Einwohnern die Hauptstadt Englands und die größte Stadt im Vereinten Königreich. Insgesamt besteht London aus 32 Stadtbezirken, den sogennanten „London Boroughs“. Es ist sehr schwierig günstige Wohngegenden in der Londoner Innenstadt zu bekommen. Wer jedoch das gewisse Kleingeld im Geldbeutel hat, ist im Stadtteil „Royal Borough of Kensington and Chelsea“ sehr gut aufgehoben.

Wie der Name bereits vermuten lässt, leben hier die reichen Leute. Zwar ist dieser Bezirk im Vergleich zu anderen Londoner Stadtteilen sehr eng besiedelt, besitzt jedoch mit dem berühmten „Hyde Park“, dem ehemaligen königlichen Jagdrevier, einen Ort zum erholen. Des Weiteren finden im „Hyde Park“ im Sommer Open Air Konzerte mit berühmten Künstlern statt.
Im westlichen London liegt der Stadtteil „London Borough of Ealing“. Dieser Bezirk ist zu empfehlen, da er zum einen auch grüne Ecken besitzt, zum anderen die Mietkosten im Vergleich zu anderen Stadtteilen relativ günstig sind und man die Londoner Innenstadt binnen 40 Minuten erreichen kann.

Auf der Hälfte des Weges zwischen der Londoner Innenstadt und dem Airport London-Heathrow liegt der Stadtteil „Chiswick“ im Bezirk „London Borough of Hounslow“. Dieser Bezirk ist sicherlich einer der ruhigsten und gehört zu den besseren Wohngegenden. Wer hier eine Wohnung mieten möchte, sollte jedoch über gewisse finanzielle Rücklagen verfügen. Eine etwas lebhaftere Gegend ist der „London Borough of Camden“ unmittelbar nördlich des Londoner Stadtzentrums. Zum einen sind hier die Mietkosten im Vergleich zu anderen Bezirken geringer, zum anderen befinden sich hier durch den Bahnhof „King´s Cross“ einer der größten Bahnhöfe in London. Zu den Sehenswürdigkeiten in der Gegend zählen das Britische Museum und die Nationalbibliothek des Vereinten Königreichs. Zum Entspannen und Abschalten bietet sich der Londoner Zoo an.

Ebenso empfehlenswert ist der Stadtbezirk „London Borough of Islington“ im Norden des Zentrums. Dieses Gebiet ist bekannt für den Theaterkomplex „Sadler’s Wells“ und das neugebaute „Emirates Stadium“, der Heimstätte des Fußballclubs FC Arsenal. Das Stadtgebiet London ist vor allem für junge Leute ein interessantes Ziel zum Wohnen, da sowohl die Job- als auch die Freizeitangebote sehr gut sind. Allerdings sollte man sich im klaren sein, dass das Wohnen im gesamten Ballungszentrum der Millionenmetropole teurer ist als in anderen Gebieten des Landes.

Speakers‘ Corner

Ob über Gott, über den Krieg im Irak oder Afghanistan, ob über die Rechte der Frau oder über jedes Andere Thema, das einem am Herzen liegt. Ausgenommen Reden über die Queen und die königliche Familie. Im nordöstlichen Ende des Hyde Parks, in der Nähe zum Marble Arch, in London ist Platz für jeden Menschen, der seine Gedanken in Form einer Rede loswerden will. Dieses offene Fleckchen, was sich an der Ecke zwischen „Park Lane“ und „Cumberland Gate“ befindet, nennt sich Speakers‘ Corner und könnte das Wahrzeichen der Rede-und Versammlungsfreiheit in London sein.

Seitdem 1872 im „Royal Parks and Gardens Act“ die freie Versammlung anerkannt wurde, kommen jeden Sonntag Menschen aller Altersklassen, verschiedener Ethnien und Religionen zusammen um entweder selbst das Wort zu ergreifen, oder um den Worten der meist sehr leidenschaftlichen Reden zu lauschen und um -falls die Aussagen gar nicht oder komplett mit der eigenen Meinung in Einklang kommen (wollen)- dazwischenzurufen. Die Zwischenrufe gehören zum Speakers‘ Corner ebenso dazu wie die mitgebrachte Kiste, auf der man idealerweise von einem erhöhten Punkt zu den versammelten Menschen sprechen kann. Von dieser Tatsache leitet sich der Begriff „Soapboxing“ (zu Deutsch: Seifenkiste) ab, was aber im metaphorischen Sinne das Recht auf freie Rede betitelt. Obwohl man sagen kann, dass die meisten Redner am Speakers‘ Corner keine Berühmtheiten sind, gab es auch ein paar „berühmte“ Gäste, die am Speakers‘ Corner ihre Reden hielten. Darunter Karl Marx, Lenin und George Oxwell. Versuche diese Art der „freien Rede“ in Deutschland einzuführen, scheiterten. Grund dafür ist, dass die Deutschen eher Anhänger der geschriebenen Sprache und des Dozieren sind.

Auch im Mittelalter wurden dort Reden gehalten, allerdings aufgrund einer ganz anderen Motivation als heute. An dem Ort, wo sich heute die Speakers‘ Corner befindet, waren früher -um genau zu sein bis 1783- die „Galgen von Tyburn“, wobei „Tyburn“ ein Dorf im heutigen Stadtteil City of Westminster ist und im Mittelalter als „Galgenplatz“ der City of London bezeichnet wurde. Wurde man zum Tod durch den Galgen verurteilt, so durfte man -am heutigen Speakers‘ Corner- seine „last dying speech“ halten, also das letzte Mal vor dem eigenen Tod das Wort an die Menschen richten.

10 Downing Street

10 Downing Street, Downing Street number ten gesprochen, ist neben dem Buckingham Palace wohl die bekannteste Adresse Londons, mit der wohl bekanntesten Haustür der Welt, und liegt direkt in dessen Herzen, an der Seitenstraße der Whitehall. Die „Whitehall“ bezeichnet 2/3 der Straße zwischen dem Trafalgar Square und dem Parliament Square, der Rest der in etwa 1 1/2 Kilometer langen Straße hat den Namen „Parliament Street“. Der öffentliche Zugang zur Downing Street wurde 1986 aufgrund eines befürchteten Attentats auf die damalige Premierministerin Margaret Thatcher mit zwei Stahltoren unterbunden, die auch heute noch in Funktion sind und 2003 noch weiter verstärkt wurden. Früher diente die Downing Street als Abkürzung vieler zum St. James‘ Park. Die 10 Downing Street hat eine lange Geschichte und erzählt eine lange Geschichte.

Innerhalb seiner Mauern kam es zu mal mehr und mal weniger gewaltvollen Aufständen und Protesten, zu überraschenden und bahnbrechenden politischen Zielen und Leitlinien. Auch während des ersten und zweiten Weltkriegs war die 10 Downing Street das „Nervenzentrum“ Englands, was seine Bedeutung als Sitz des Premierministers weiter unterstreicht.

Es lässt sich sagen, dass die 10 Downing Street schon bereits seit 1735 Sitz des „First Lord of the Treasury“, dem „Oberhaupt der Schatzkammer“, der zugleich der amtierende Premierminister Englands ist, genutzt wurde, allerdings nur höchst sporadisch. Bis dato (1732) bewohnte die 10 Downing Street Hans Caspar von Bothmer, der erste Minister für die deutschen Angelegenheiten, welcher für George I. arbeitete. Erst seit 1902 ist es der feste Wohnsitz des jeweiligen „Prime Minister“, wobei das Haus ursprünglich die Hausnummer „5“ trug. In der direkten Nachbarschaft der 10 Downing Street liegt die Nummer 9, die die Pressestelle des Premierministers beherbergt, ebenso wie die die Nummer 11, in welcher der „Second Lord of Treasury“, dem „Schatzkanzler“, lebt. In den Jahren von 1997 bis 2007 wurde jedoch die geregelte Hausverteilung geändert, da die Familie des damaligen Premierministers „Tony“ Blair zu groß für das Haus mit der Nummer 10 war. Also wurde kurzerhand mit dem damaligen Schatzkanzler Gordon Brown getauscht und die Blairs zogen in die geräumigere Nummer 11.

Themse

Die Themse hat eine Länge von 346 Kilometer und ist der zweitlängste Fluss Großbritanniens. Während des 16. und 17. Jahrhunderts war die Themse eine wichtige Verbindung zwischen London und Westminster. In London führen sehr viele Brücken über die Themse, die bekanntesten sind sicher die London Bridge und die Tower Bridge. Seit dem Jahr 1971 befindet sich das Schiff HMS Belfast auf der Themse als Museumsschiff. Besucher können das 1938 fertiggestellte Schiff besichtigen und sich über das Leben auf See informieren.

Im Londoner Vorort Woolwich befindet sich die Thames Barrier, eine große Flutschutzwehr. Sie ist beweglich und weltweit die größte ihrer Bauart. Der Bau dauerte insgesamt 10 Jahre. Obwohl die Planungen bereits im Jahr 1953 gegannen, wurde die Vorrichtung erst im Jahr 1984 fertiggestellt.

Die Flutschutzwehr soll London vor einer Überflutung schützen, da London durch die Themse mit der Nordsee verbunden ist. Am Ufer der Themse liegen sehr viele Sehenswürdigkeiten Londons, darunter der Tower, das Globe Theatre, Westminster Abbey, die St. Paul’s Cathedral und die Houses of Parliament mit dem Big Ben. Auf der Themse werden auch täglich Bootsfahrten angeboten, so dass man viele Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus sehen kann.

Die so genannten City Cruises beginnen von insgesamt vier Piers aus, Tower, Greenwich, Waterloo und Westminster Pier. Zwischen diesen vier Piers verkehren die Boote den ganzen Tag, man kann einfach an einer Stelle aussteigen, um etwas zu besichtigen, und später dann zum nächsten Landungssteg weiterfahren. Die Boote sind wetterfest und auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Das Oberdeck ist offen, während das Unterdeck mit großen Panoramafenstern ausgestattet ist. Es werden am Abend jedoch auch luxuriöse Themse-Kreuzfahrten mit einem 4-Gänge-Menü, Champagner, Musik und Tanz angeboten. Paare können so einen romantischen Abend im wunderschön beleuchteten London verbringen.

Hyde Park

Der legendäre Hyde Park zählt zu den königlichen Parkanlagen in der Metropole London. Der große Park, welcher durch den Serpentine Lake in zwei Hälften geteilt wird, dient den Londonern als Erholungsstätte und zur Freizeitgestaltung. Der große See in der Mitte des Parks lädt zum Schwimmen, Rudern und auch zum Angeln ein. Der Park verfügt außerdem über eine Bowlingbahn und eine Pferdereitbahn. Auf den riesigen Grünflächen können sich die Londoner ausruhen oder ein Picknick veranstalten. Im Sommer finden im Hyde Park zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen statt, hauptsächlich Konzerte.

Im Jahr 1969 traten hier die Rolling Stones unter freiem Himmel auf. Für die Olympischen Spiele 2012 sind sogar sportliche Wettkämpfe im Hyde Park geplant. Der Hyde Park existiert bereits seit 1.000 n. Chr., und lange Zeit wurde er hauptsächlich zur Jagd genutzt. Ab 1768 wurde der Park dann für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit dem Jahr 2004 hat der Hyde Park eine weitere Attraktion, den Gedächtnisbrunnen von Prinzessin Diana, welcher vor der Königin eingeweiht wurde. Der Hyde Park ist täglich von 5 bis 24 Uhr zugänglich, er wird von vielen Touristen und Einheimischen als Ruheoase genutzt. Auch viele Geschäftsleute verbringen gerne ihre Mittagspause hier. Berühmt ist auch die Speaker’s Corner, wo traditionell öffentlich über ein bestimmtes Thema diskutiert wird. Hier darf jeder ohne Voranmeldung eine Rede halten, solange er nicht über das britische Königshaus redet.

Jeden Tag um 10.30 marschiert die Household Cavalry durch den Hyde Park bis zumBuckingham Palast. Zu bestimmten Anlässen oder an königlichen Jubiläen wird im Hyde Park Salut gefeuert.

Greenwich

Greenwich befindet sich etwas außerhalb von London und ist bequem mit der U-Bahn oder dem Boot über die Themse zu erreichen. In diesem Viertel geht es wesentlich ruhiger zu als in der lebendigen Innenstadt von London. Greenwich bietet dem Besucher eine besondere Architektur und eine interessante Geschichte. Wenn man am Greenwich Pier ankommt, fällt einem sofort der Klipper Cutty Sark ins Auge. Das historische Schiff, welches früher zum Transport von Tee benutzt wurde, wurde bereits von über 15 Millionen Menschen besichtigt.

Freien Eintritt haben Touristen zu den weiteren Attraktionen Greenwich wie dem Queen’s House, dem Royal Observatory und dem National Maritime Museum.

Das Maritime Museum informiert seine Besucher über die Geschichte der Seefahrt. Von Greenwich aus starteten die berühmten Seefahrer Sir Francis Drake, Lord Nelson und James Cook ihre Reisen auf den Weltmeeren. Weltweit berühmt ist Greenwich wegen des Nullmeridians, welcher genau durch die Stadt verläuft. Im Jahre 1884 wurde die Sternwarte von Greenwich als Nullmeridian bestimmt. Im Royal Observatory gibt es eine interessante Ausstellung zu den Themen Zeit, Navigation und Astronomie.

Das Queen’s House beherbergt eine große Kunstausstellung zur Langzeitmiete mit vielen berühmten Werken. Im Zentrum von Greenwich gibt es viele Fachgeschäfte, so dass man ein wenig Bummeln kann. Donnerstags und sonntags findet ein großer Markt statt, auf welchem man Antiquitäten und viele andere kuriose Gegenstände erstehen kann. Im Theater von Greenwich werden regelmäßig Musicals in einem viktorianischen Musiksaal aufgeführt. Im Jahr 1997 wurde die Stadt Greenwich in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Besonders sehenswert ist auch das O2, ein riesiger Entertainment-Komplex, welcher im Jahr 1999 eröffnet wurde. Hier sollen auch einige Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2012 stattfinden. Die große Halle wird vor allem für Sport- und Musikveranstaltungen genutzt, und hieß bis zum Jahr 2005 Millenium Dome.