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Finanzmetropole London

The „City of London“ ist ein kleiner Teil der Großtstadt London, auf dessen 2,60 km² sich das Geschäfts-und Finanzwesen Londons ballt. Mit einer Einwohnerzahl von in etwa 8000 Menschen scheint dieses Gebiet doch recht beschaulich, zieht man die mehr als 200.000 Menschen, die in Tätigkeiten des Finanzsektors eingespannt sind, in Betracht, so wird einem die Bedeutung der „City“ bewusst. Wo heute jährlich mehrere hundert Milliarden Dollar aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen fließen, war in den 70er Jahren ein extrem niedriges BIP (Bruttoinlandsprodukt) an der Tagesordnung. Sogar die weit rückständige und hochverschuldete DDR überholte das, noch vom Zweiten Weltkrieg stark angegriffene, England und produzierte mehr Waren (Güter und Dienstleistungen) pro Jahr.

Es war offensichtlich, dass eine Besserung ohne politische Eingriffe nicht zu erhoffen war, und so beschloss die damalige Premierministerin Margaret Thatcher, auch bekannt als „Eiserne Lady“, Maßnahmen durchzusetzen, die aus London die Weltmetropole machen sollte, die wir heute kennen. Ihr Programm zeichnete sich im Besonderen durch zwei Schlagwörter aus: Privatisierund Deregulierung, was den Abbau staatlicher Beschränkungen mit dem Ziel der Liberalisierung des britischen Marktes, bedeutet.

Im Jahr 1986 zeigte ihre Politik ihre Auswirkungen auch in der „City of London“. Seit dem sogenannten „Big Bang“, der Deregulierung der Finanzmärkte, verzeichnete London einen permanenten Aufstieg, der auch die weltweite bekannte „Wall Street“ in New York City in den Schatten stellt. Das BIP Englands stieg seit 20 Jahren um 66 %, was im Vergleich zu dem Anstieg, den die „City“ mit 158 % verbuchte, ein Nichts ist. The „City of London“ ist ein bedeutender Finanzstandort geworden, auch international, wo mehr als 500, in- wie ausländische Banken angesiedelt sind, ebenso haben viele nationale und internationale Firmen dort ihren Hauptsitz. Darunter befinden sich unter Anderem Aviva und BT Group. Eine weitere Verdeutlichung, wie wichtig der Standort London als Finanzzentrum geworden ist, ist die Tatsache, dass dort in etwa 70% der internationalen Bonds, ein Drittel aller Devisen und circa 50% des Aktienvolumens der ganzen Welt gehandelt werden.