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Houses of Parliament

England hat eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten, die meisten reihen sich entlang der Themse aneinander. Berühmtestes und vermutlich auch schönstes Bauwerk ist der Palace of Westminster. Meist wird das Gebäude auch als Houses of Parliament bezeichnet. Das Highlight ist von gigantischer Größe, hier ist das britische Parlament ansässig. Die Fassade ist mit zahlreichen Stilelementen geschmückt und besonders eindrucksvoll. Der Uhrturm Big Ben erfreut sich wahrscheinlich noch größerer Beliebtheit. Das Glockenspiel ist allerorts hörbar. Die Houses of Parliament können in den Sommermonaten offiziell besichtigt werden, ein Rundgang wird definitiv lange im Gedächtnis bleiben.

Früher hatte die Themse den größten Teil des Gebietes eingenommen, wo heute die Houses of Parliament stehen. Die sumpfige Region war vielmehr als Thorney Island bekannt. Der Einstige König „Eduard der Bekenner“ ließ einen riesigen Palast erbauen, des Weiteren entstand unter seiner Herrschaft die Westminster Abbey. Wilhelm II. baute im Jahre 1097 die Westminster Hall, die zum größten Bauwerk Europas werden sollte. Seitdem nutzte man das Gebäude für Parlamentstagungen. Danach wurde der Palast aufgrund eines Brandes fast vollkommen zerstört, er konnte jedoch bis 1860 wieder vollständig aufgebaut werden.

Wer eine Städtereise nach London machen möchte, dem ist ein Spaziergang entlang der Themse zu empfehlen, um noch weitere Sehenswürdigkeiten in London zu entdecken. Dabei kommt man am Tower of London oder an der Tower Bridge vorbei. Der weltberühmte Buckingham Palace ist ebenfalls nicht weit von den Houses of Parliament entfernt. Das Zentrum von London wird vom Trafalgar Square gebildet, der Platz stellt immer noch einen beliebten Treffpunkt dar. Es lohnt sich auch, den modernen Teil Londons kennen zu lernen. Der Komplex Canary Wharf offenbart die höchsten Gebäude der Stadt.

Speakers‘ Corner

Ob über Gott, über den Krieg im Irak oder Afghanistan, ob über die Rechte der Frau oder über jedes Andere Thema, das einem am Herzen liegt. Ausgenommen Reden über die Queen und die königliche Familie. Im nordöstlichen Ende des Hyde Parks, in der Nähe zum Marble Arch, in London ist Platz für jeden Menschen, der seine Gedanken in Form einer Rede loswerden will. Dieses offene Fleckchen, was sich an der Ecke zwischen „Park Lane“ und „Cumberland Gate“ befindet, nennt sich Speakers‘ Corner und könnte das Wahrzeichen der Rede-und Versammlungsfreiheit in London sein.

Seitdem 1872 im „Royal Parks and Gardens Act“ die freie Versammlung anerkannt wurde, kommen jeden Sonntag Menschen aller Altersklassen, verschiedener Ethnien und Religionen zusammen um entweder selbst das Wort zu ergreifen, oder um den Worten der meist sehr leidenschaftlichen Reden zu lauschen und um -falls die Aussagen gar nicht oder komplett mit der eigenen Meinung in Einklang kommen (wollen)- dazwischenzurufen. Die Zwischenrufe gehören zum Speakers‘ Corner ebenso dazu wie die mitgebrachte Kiste, auf der man idealerweise von einem erhöhten Punkt zu den versammelten Menschen sprechen kann. Von dieser Tatsache leitet sich der Begriff „Soapboxing“ (zu Deutsch: Seifenkiste) ab, was aber im metaphorischen Sinne das Recht auf freie Rede betitelt. Obwohl man sagen kann, dass die meisten Redner am Speakers‘ Corner keine Berühmtheiten sind, gab es auch ein paar „berühmte“ Gäste, die am Speakers‘ Corner ihre Reden hielten. Darunter Karl Marx, Lenin und George Oxwell. Versuche diese Art der „freien Rede“ in Deutschland einzuführen, scheiterten. Grund dafür ist, dass die Deutschen eher Anhänger der geschriebenen Sprache und des Dozieren sind.

Auch im Mittelalter wurden dort Reden gehalten, allerdings aufgrund einer ganz anderen Motivation als heute. An dem Ort, wo sich heute die Speakers‘ Corner befindet, waren früher -um genau zu sein bis 1783- die „Galgen von Tyburn“, wobei „Tyburn“ ein Dorf im heutigen Stadtteil City of Westminster ist und im Mittelalter als „Galgenplatz“ der City of London bezeichnet wurde. Wurde man zum Tod durch den Galgen verurteilt, so durfte man -am heutigen Speakers‘ Corner- seine „last dying speech“ halten, also das letzte Mal vor dem eigenen Tod das Wort an die Menschen richten.

Fußball

Neben Tennis, Stichwort „Wimbledon“, Cricket und Snooker, eine abgeänderte Art des Billard, erfreut sich der Fußball in England einer äußerst großen Beliebtheit in der britischen Bevölkerung und wird-inoffiziell- als Nationalsport Englands gesehen. Aufgrund verschiedener Begebenheiten wird England als „Mutterland“ des Fußballs gesehen, auch wenn es bereits früher in anderen Ländern fußballähnliche Sportarten ausgetragen wurden. 1848 verfassten englische Studenten aus Cambrige die ersten Fußballregeln um das Spielen gegen andere Universitäten zu erleichtern (zu der Zeit gab es noch keine einheitlichen Regeln). 1863 wurde dann die Football Association (FA) gegründet, die die Entwicklung der Fußballregeln förderte und weiter antrieb. Auch der erste Fußballverein der Welt, der FC Sheffield wurde 1857 in England gegründet. Bis dato war die Sportart „Rugby Football“ dem Fußball zu ähnlich, erst die Einführung der Spielerbegrenzung, der Abseitsregel und, 1871, das Handspielverbot, sorgten für die nötige Abgrenzung beider Sportarten.

In der Weltmetropole London haben etwa vierzehn Fußballvereine ihr Zuhause, die bekanntesten Vereine sind wohl der FC Chelsea und FC Arsenal, im deutschsprachigen Raum ist der Name „Arsenal London“ aber weiter verbreitet. Beide Vereine gehören, neben Manchester United und FC Liverpool zu den vier größten und bedeutendsten, den „großen Vier“, der Premier League. Der FC Chelsea, dessen offizieller Titel „Chelsea Football Club lautet, sollte aufgrund der Lage des Stadions, in welchem trainiert werden sollte, „Fulham Football Club“ heißen, jedoch war dieser Name bereits „besetzt“, sodass man sich letztendlich auf „Chelsea Football Club“ einigte. Gründer dieses Vereins waren die Mears-Brüder, die 1869 den „Stamford Bridge Athletics Ground“ aufkauften um den bereits bestehenden FC Fulham darauf spielen zu lassen, was diese jedoch aufgrund einiger Unstimmigkeiten ablehnten.

Der FC Arsenal, „Arsenal Football Club“, wurde 1866 von Arbeitern im Stadtteil Holloway gegründet, allerdings erst unter dem Namen „Dial Square“. Kurze Zeit später wurde der Verein jedoch umbenannt, „Royal Arsenal“ war der Name der Rüstungsfabrik, bei welchem die Arbeiter angestellt waren. 1889 nahm der Royal Arsenal zum ersten Mal an einem FA Turnier teil, was einige Änderungen nach sich zog. Zum Einen wurde der Verein, durch das aggressive Abwerben ihrer Spieler durch andere Profivereine, selbst ein „Profiverein“ und nannte sich abermals um, „Woolwich Arsenal“ sollte der neue Name sein. Diese Entwicklung wurde von südenglischen Amateurklubs nicht gerne gesehen, der Ausschluss aus lokalen Wettbewerben war die Folge, sodass der Verein eine eher unbestimmte Zukunft hatte. Der Football Club jedoch sorgte für die Rettung und ließ den Verein in der „Second Division“ in der Profiliga spielen.

The London Dungeon

„Enter at your peril“ (in etwa: „Eintritt auf eigene Gefahr“) heißt es in blutroter Schrift auf dem Schild, das den Eingang zum „The London Dungeon“ ziert und dem Gebäude eine gewisse Düsternis verleiht. Das London Dungeon (dt. „Kerker“), welches in Southwark in der Tooley Street liegt, trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Es erzählt die blutige Geschichte Londons über die Antike, das Mittelalter bis in die Neuzeit.

Ob es die „Great Plaque“, die große Pestplage, die London 1665 heimsuchte, oder das große Feuer von 1666 ist, ob man von dem legendären Jack the Ripper verfolgt wird, oder dem teuflischen Barbier Sweeney Todd gegenübersteht, das „London Dungeon“ bietet Geschichtsunterricht der etwas anderen Art. Denn auch heute treiben die schlimmsten Gestalten der britischen Geschichte in den dunklen Verließen des Dungeons ihr Unwesen und sorgen für Angst und Schrecken.

Das Gruselkabinett in London ist die Touristenattraktion, auch wenn, unter anderem, die real wirkende Anatomiestunde „Surgery: Blood and Guts“ beweist, dass das Dungeon nichts für zart besaitete Gemüter ist. Nachdem man sich durch endlose, sich windende Labyrinthe gequält hat, oder auf „Extremis“ in die ewige Verdammnis gestürzt ist, ob man den Bootstrip in die Hölle hinter sich hat, oder ob man sehen musste, wie „Bloody Mary“, eine Tochter Henry VIII., Ungläubige hinrichtet. Hier wird Geschichte mit allen Sinnen erlebt, so dass einen das flaue Gefühl im Magen nicht mehr so schnell verlässt. Als ob der Gruselfaktor, den das Düngen aufgrund seiner düsteren Geschichte inne hat, nicht reichte. Für den ultimativen Nervenkitzel sorgt die Angewohnheit mancher Figuren nicht still stehen zu bleiben. Die eigens engagierten Schauspieler, die dem „London Dungeon“ Leben einhauchen sollen, verleihen dem Horrorerlebnis den letzten Schliff.

„The London Dungeon“ hat mittlerweile in weiteren Städten Zuwachs bekommen. Ob in Amsterdam, Edinburgh, New York oder Hamburg, die blutige Geschichte der jeweiligen Stadt wird schonungslos aufgerollt und zur Schau gestellt. Ein Ticket für den Gang durch den Schrecken der Londoner Geschichte kostet in etwa 20 Pfund, die Eigentümer „Merlin Entertainments Group“ bietet jedoch „Combi Tickets“ an, die einem einen vergünstigten Eintritt in eine weitere Attraktion gewähren.

10 Downing Street

10 Downing Street, Downing Street number ten gesprochen, ist neben dem Buckingham Palace wohl die bekannteste Adresse Londons, mit der wohl bekanntesten Haustür der Welt, und liegt direkt in dessen Herzen, an der Seitenstraße der Whitehall. Die „Whitehall“ bezeichnet 2/3 der Straße zwischen dem Trafalgar Square und dem Parliament Square, der Rest der in etwa 1 1/2 Kilometer langen Straße hat den Namen „Parliament Street“. Der öffentliche Zugang zur Downing Street wurde 1986 aufgrund eines befürchteten Attentats auf die damalige Premierministerin Margaret Thatcher mit zwei Stahltoren unterbunden, die auch heute noch in Funktion sind und 2003 noch weiter verstärkt wurden. Früher diente die Downing Street als Abkürzung vieler zum St. James‘ Park. Die 10 Downing Street hat eine lange Geschichte und erzählt eine lange Geschichte.

Innerhalb seiner Mauern kam es zu mal mehr und mal weniger gewaltvollen Aufständen und Protesten, zu überraschenden und bahnbrechenden politischen Zielen und Leitlinien. Auch während des ersten und zweiten Weltkriegs war die 10 Downing Street das „Nervenzentrum“ Englands, was seine Bedeutung als Sitz des Premierministers weiter unterstreicht.

Es lässt sich sagen, dass die 10 Downing Street schon bereits seit 1735 Sitz des „First Lord of the Treasury“, dem „Oberhaupt der Schatzkammer“, der zugleich der amtierende Premierminister Englands ist, genutzt wurde, allerdings nur höchst sporadisch. Bis dato (1732) bewohnte die 10 Downing Street Hans Caspar von Bothmer, der erste Minister für die deutschen Angelegenheiten, welcher für George I. arbeitete. Erst seit 1902 ist es der feste Wohnsitz des jeweiligen „Prime Minister“, wobei das Haus ursprünglich die Hausnummer „5“ trug. In der direkten Nachbarschaft der 10 Downing Street liegt die Nummer 9, die die Pressestelle des Premierministers beherbergt, ebenso wie die die Nummer 11, in welcher der „Second Lord of Treasury“, dem „Schatzkanzler“, lebt. In den Jahren von 1997 bis 2007 wurde jedoch die geregelte Hausverteilung geändert, da die Familie des damaligen Premierministers „Tony“ Blair zu groß für das Haus mit der Nummer 10 war. Also wurde kurzerhand mit dem damaligen Schatzkanzler Gordon Brown getauscht und die Blairs zogen in die geräumigere Nummer 11.

Finanzmetropole London

The „City of London“ ist ein kleiner Teil der Großtstadt London, auf dessen 2,60 km² sich das Geschäfts-und Finanzwesen Londons ballt. Mit einer Einwohnerzahl von in etwa 8000 Menschen scheint dieses Gebiet doch recht beschaulich, zieht man die mehr als 200.000 Menschen, die in Tätigkeiten des Finanzsektors eingespannt sind, in Betracht, so wird einem die Bedeutung der „City“ bewusst. Wo heute jährlich mehrere hundert Milliarden Dollar aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen fließen, war in den 70er Jahren ein extrem niedriges BIP (Bruttoinlandsprodukt) an der Tagesordnung. Sogar die weit rückständige und hochverschuldete DDR überholte das, noch vom Zweiten Weltkrieg stark angegriffene, England und produzierte mehr Waren (Güter und Dienstleistungen) pro Jahr.

Es war offensichtlich, dass eine Besserung ohne politische Eingriffe nicht zu erhoffen war, und so beschloss die damalige Premierministerin Margaret Thatcher, auch bekannt als „Eiserne Lady“, Maßnahmen durchzusetzen, die aus London die Weltmetropole machen sollte, die wir heute kennen. Ihr Programm zeichnete sich im Besonderen durch zwei Schlagwörter aus: Privatisierund Deregulierung, was den Abbau staatlicher Beschränkungen mit dem Ziel der Liberalisierung des britischen Marktes, bedeutet.

Im Jahr 1986 zeigte ihre Politik ihre Auswirkungen auch in der „City of London“. Seit dem sogenannten „Big Bang“, der Deregulierung der Finanzmärkte, verzeichnete London einen permanenten Aufstieg, der auch die weltweite bekannte „Wall Street“ in New York City in den Schatten stellt. Das BIP Englands stieg seit 20 Jahren um 66 %, was im Vergleich zu dem Anstieg, den die „City“ mit 158 % verbuchte, ein Nichts ist. The „City of London“ ist ein bedeutender Finanzstandort geworden, auch international, wo mehr als 500, in- wie ausländische Banken angesiedelt sind, ebenso haben viele nationale und internationale Firmen dort ihren Hauptsitz. Darunter befinden sich unter Anderem Aviva und BT Group. Eine weitere Verdeutlichung, wie wichtig der Standort London als Finanzzentrum geworden ist, ist die Tatsache, dass dort in etwa 70% der internationalen Bonds, ein Drittel aller Devisen und circa 50% des Aktienvolumens der ganzen Welt gehandelt werden.

Die „Auferstehung“ von Les Misérables

„Schaut her und seht…“ Heißt es in einem der vielen Lieder aus dem Stück „Les Misérables“ („Die Elenden“), welches am 17. Oktober 2010 sein 25-jähriges Bühnenjubiläum in England feierte und sich den Titel des am längsten aufgeführten Musicals sicherte. Ein Vierteljahrhundert ist seit der Uraufführung in Paris im Jahre 1980 vergangen, wo Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto) „Les Misérables“, welches auf der literarischen Vorlage von Victor Hugo basiert, die Helden auferstehen ließen.
Wenn auch das Stück in Paris nun nicht mehr aufgeführt wird, so kann man „Les Misérables“ jeden Abend im „Queen’s Theatre“ in London genießen.

Die Geschichte von Jean Valjean und Javert, von Cosette und Marius,von Fantine und Eponine, von den Studenten, angeführt von Enjolras, und dem Volk von Paris ist in aller Welt bekannt. Auf seiner Reise wurde es von mehr als 56 Millionen Menschen in 42 Ländern und in  291 Städten gesehen, was eine Übersetzung in 21 Sprachen nach sich zog. Ein langer Weg also, der sich durch über 43.000 Aufführungen und über 70 gewonnene Preise, bezahlt macht.

Die Frage bleibt, was die Menschen an dem Stück so sehr fasziniert. Vielleicht, weil das Stück von Sehnsucht erzählt, die jeder Mensch in seinem Leben kennt, die man jedem Tag sehen kann, wenn man genau hinschaut. Ob es nun die Sehnsucht nach Liebe ist, die mal erfüllt – mal nicht erwiedert wird, oder die Sehnsucht nach Vergebung und Ruhe, die oft so schwer und unerreichbar ist, die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, die im Auge des Betrachters gerecht oder ungerecht erscheint, oder ob es die Sehnsucht nach Besserung ist, nach dem Ende der eigenen Not.

Ist das das Geheimnis, das Les Misérables so erfolgreich macht? Zu Ehren seines 25-jährigen Jubiläum hat  Cameron Mackintosh das Stück nochmal neu inszeniert, Altes wiederbelebt und Neues geschaffen.Mitwirkend dabei sind Stars wie John Owen-Jones, als Jean Valjean, Earl Carpenter, als Javert und Gareth Gates als Marius. Cameron Mackintosh bringt das Musical nun heim, dahin, wo es ursprünglich aufgeführt wurde -um genau zu sein am 08. Oktober 1985- ins „Barbican Theatre“, London, wo wir uns auf 22 Aufführungen dieses glorreichen Musicals freuen dürfen.

The Royal Family

Hört man den Titel „Royal Family“ so denkt man direkt an große Könige, die das ganze Land regieren, Gesetze erlassen und jede Kleinigkeit, die ihr Reich betrifft, kontrollieren. Bei der „Royal Family“ jedoch, handelt es sich nicht um die klassische absolustistische Familie. Die Parlamentarisierung, die im 19. und 20 Jahrhundert in Großbritannien seine Vollendung fand, machte England zu einer konstitutionellen Monarchie, was bedeutet, dass es neben der königlichen Familie, die seitdem nur repräsentative, zeremonielle und wohltätige Aufgaben inne hat, ein gewähltes Parlament gibt, welches aus dem Oberhaus „House of Lords“ und dem Unterhaus „House of Common“ besteht.

Die Queen, zurzeit „Queen Elizabeth II., spielt jedoch hinsichtlich der königlichen Familie eine Sonderrolle, da ihr weitere Aufgaben zufallen, die man wie folgt betitelt: Als „Head of State“ fallen ihr spezielle konstitutionelle und repräsentative Anforderungen zu, als „Head of the Nation“ verkörpert die Queen gewissen Ideale, wie Stabilität, Kontinuität und Nationalstolz.

Nach einer Krankheit ihres Vater George VI, welcher er 1952 erlag, bestieg seine älteste Tochter Elizabeth Alexandra Mary Windsor, mit gerade mal 25 Jahren den Thron von England und wurde unter dem Namen „Queen Elizabeth II.“ bekannt. Ihren Mann, den Offizier der Kriegsmarine Philip Mountbatten, heiratete sie bereits 1947 und  gebar ihm vier Nachkommen, wobei der bekannteste Nachkomme Charles Philip Arthur George (Prince Charles) auch „Prince of Wales“ genannt, ist, der 1981 Diana Spencer ehelichte, besser bekannt als „Lady Di“. Dadurch, dass Prince Charles der Erstgeborene war, fällt ihm das Erbe des Thrones zu, seine drei Geschwister Anne Elizabeth Alice Louise, „Princess Royal“, Andrew Albert Christian Edward, „Duke of York“, und Edward Anthony Richard Louis, „Earl of Wessex“ haben deshalb keinerlei Erbrecht. Seine Thronfolge kann Prince Charles jedoch erst antreten, wenn „Queen Elizabeth II.“ ihren Thron niederlegt, „in Rente geht“, oder stirbt. Falls einer dieser drei Fälle eintritt (die Königin feierte 2006 ihren 80. Geburtstag), könnte es dennoch möglich sein, dass Prince Charles seinen Thron an seinen ältesten Sohn „Prince William“ übergibt, welcher aus der Ehe mit Lady Diana hervorging. Dessen Bruder „Prince Henry“, meist „Prince Harry“ genannt, entstammt derselben Verbindung.

The Int. London Tattoo Convention

Am 26. September 2010 endete die International London Tattoo Convention, die dieses Jahr, seit ihrer Gründung 2005, das sechste Mal für Fans der bunten Körperkunst öffnete. Die International London Tattoo Convention ist in der europäischen Tattoo Szene das Hauptevent des Jahres, auf welches sich Tattoofans aus aller Welt jedes Mal wieder freuen, und das tausende mal mehr und mal weniger bekleidete Besucher, anlockt. Dieses Jahr konnten über 20.000 Besucher verzeichnet werden, was die zunehmende Beliebtheit eindeutig unterstreicht. Nicht nur innerhalb der Tattoo Szene ist die International London Tattoo Convention bekannt.

Durch ansteigendes Medieninteresse, ob nun von Fernseh oder von der Presse, wird dieses jährliche Ereignis zum weltweiten Event. 2009 schaffte es die Convention sogar ins Guinnessbuch, mit „Guinness World Record For The Most People Being Tattooed Simultaneously“, was von den 178 weltweit besten Tattoowierern und deren Kunden organisiert worden ist.

Neben dem Tattoo selbst gibt es noch weitere Attraktionen zur Unterhaltung der Besucher, angefangen von dem legendären Sailor Jerry, über den man entweder einen Film sehen oder seine berühmten Entwürfe betrachten kann. Auch heiße Frauen, die Fuel Girls, die in der Show „Fire and Air Carbaret Show“ die Zuschauer zum kochen bringen, gehören mit ins Programm. Für den kleinen oder großen Hunger und Durst steht Henry’s Bar & Restaurant, ebenso wie der Outside Food Court, zur Verfügung. Das nachgewiesen zunehmende Interesse bedeutet für die Veranstalter aber auch mehr Raum schaffen zu müssen um die begeisterten Pilger und die mehr als 200 Tattoowierer aus aller Welt aufnehmen zu können. Spätestens 2007 musste eine neue Örtlichkeit gefunden werden, so dass das Event von der „Old Truman Brewery“ in der Brick Lane in das „Tobacco Dock“ verlegt wurde, ein altes viktorianisches Gebäude, welches von Grund auf saniert wurde. Das „Tobacco Dock“, welches den Spitznamen „Covent Garden of the East End“ inne hat, wurde 1812 als Lager und Verkaufshalle für den aus Indien gelieferten Tabak genutzt. Erst seit 1990 ist es Treffpunkt für verschiedenste Veranstaltungen.

Flashmob

Ob T-Online Werbung, Lieder von bekannten Sängern, bekannte Szenen aus der Lieblingsserie oder als „Ehrbietung“ für einen verstorbenen Star. Alles eignet sich für einen Flashmob in den Straßen Londons. Viele Flashmobs werden über Bloqs (wie www.flashmob.co.uk), per Internet-Communities, über direkte Aufrufe bei Youtube, oder ganz einfach über Email-und Telefonketten organisiert. Flashmobs zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie blitzartig entstehen und ebenso schnell wieder vorbei sind, was der Name „Flashmob“ auch verdeutlicht: „Flash“ bedeutet Blitz, „mob“ kommt von dem Wort „mobilis“, und bedeutet in etwa: eine aufgewiegelte Volksmenge.

Weiterhin ist charakteristisch, dass eine große Menschenmenge beteiligt ist, wobei diese Menschen an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Tätigkeit vollführen. Das kann ein Tanz sein, eine andere bestimmte Bewegung, ein „Freeze“ oder einfach ein Applaus. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Durch die Organisation per Internet ist es in den meisten Fällen so, dass sich die Teilnehmer, auch „Flash Mobber“ oder „Smart Mobber“ genannt, untereinander unbekannt sind.In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass ein identischer Flashmob in mehreren Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfindet.

Zuletzt ergab sich das 2010 anlässlich des „Eurovision Song Contest“, wo man zunächst in Oslo und Düsseldorf den Flashmob zu sehen bekam. Schließlich erreichte auch London die Herausfoderung. Im Normalfall wird kein politisches Ziel verfolgt, was auch die Ursprungsidee war . Hat ein Flashmob dennoch politische oder wirtschaftliche Hintergründe, nennt man ihn „Smart Mob“, was heutzutage auch eine moderne Form der Demonstration darstellt.