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Speakers‘ Corner

Ob über Gott, über den Krieg im Irak oder Afghanistan, ob über die Rechte der Frau oder über jedes Andere Thema, das einem am Herzen liegt. Ausgenommen Reden über die Queen und die königliche Familie. Im nordöstlichen Ende des Hyde Parks, in der Nähe zum Marble Arch, in London ist Platz für jeden Menschen, der seine Gedanken in Form einer Rede loswerden will. Dieses offene Fleckchen, was sich an der Ecke zwischen „Park Lane“ und „Cumberland Gate“ befindet, nennt sich Speakers‘ Corner und könnte das Wahrzeichen der Rede-und Versammlungsfreiheit in London sein.

Seitdem 1872 im „Royal Parks and Gardens Act“ die freie Versammlung anerkannt wurde, kommen jeden Sonntag Menschen aller Altersklassen, verschiedener Ethnien und Religionen zusammen um entweder selbst das Wort zu ergreifen, oder um den Worten der meist sehr leidenschaftlichen Reden zu lauschen und um -falls die Aussagen gar nicht oder komplett mit der eigenen Meinung in Einklang kommen (wollen)- dazwischenzurufen. Die Zwischenrufe gehören zum Speakers‘ Corner ebenso dazu wie die mitgebrachte Kiste, auf der man idealerweise von einem erhöhten Punkt zu den versammelten Menschen sprechen kann. Von dieser Tatsache leitet sich der Begriff „Soapboxing“ (zu Deutsch: Seifenkiste) ab, was aber im metaphorischen Sinne das Recht auf freie Rede betitelt. Obwohl man sagen kann, dass die meisten Redner am Speakers‘ Corner keine Berühmtheiten sind, gab es auch ein paar „berühmte“ Gäste, die am Speakers‘ Corner ihre Reden hielten. Darunter Karl Marx, Lenin und George Oxwell. Versuche diese Art der „freien Rede“ in Deutschland einzuführen, scheiterten. Grund dafür ist, dass die Deutschen eher Anhänger der geschriebenen Sprache und des Dozieren sind.

Auch im Mittelalter wurden dort Reden gehalten, allerdings aufgrund einer ganz anderen Motivation als heute. An dem Ort, wo sich heute die Speakers‘ Corner befindet, waren früher -um genau zu sein bis 1783- die „Galgen von Tyburn“, wobei „Tyburn“ ein Dorf im heutigen Stadtteil City of Westminster ist und im Mittelalter als „Galgenplatz“ der City of London bezeichnet wurde. Wurde man zum Tod durch den Galgen verurteilt, so durfte man -am heutigen Speakers‘ Corner- seine „last dying speech“ halten, also das letzte Mal vor dem eigenen Tod das Wort an die Menschen richten.

Themse

Die Themse hat eine Länge von 346 Kilometer und ist der zweitlängste Fluss Großbritanniens. Während des 16. und 17. Jahrhunderts war die Themse eine wichtige Verbindung zwischen London und Westminster. In London führen sehr viele Brücken über die Themse, die bekanntesten sind sicher die London Bridge und die Tower Bridge. Seit dem Jahr 1971 befindet sich das Schiff HMS Belfast auf der Themse als Museumsschiff. Besucher können das 1938 fertiggestellte Schiff besichtigen und sich über das Leben auf See informieren.

Im Londoner Vorort Woolwich befindet sich die Thames Barrier, eine große Flutschutzwehr. Sie ist beweglich und weltweit die größte ihrer Bauart. Der Bau dauerte insgesamt 10 Jahre. Obwohl die Planungen bereits im Jahr 1953 gegannen, wurde die Vorrichtung erst im Jahr 1984 fertiggestellt.

Die Flutschutzwehr soll London vor einer Überflutung schützen, da London durch die Themse mit der Nordsee verbunden ist. Am Ufer der Themse liegen sehr viele Sehenswürdigkeiten Londons, darunter der Tower, das Globe Theatre, Westminster Abbey, die St. Paul’s Cathedral und die Houses of Parliament mit dem Big Ben. Auf der Themse werden auch täglich Bootsfahrten angeboten, so dass man viele Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus sehen kann.

Die so genannten City Cruises beginnen von insgesamt vier Piers aus, Tower, Greenwich, Waterloo und Westminster Pier. Zwischen diesen vier Piers verkehren die Boote den ganzen Tag, man kann einfach an einer Stelle aussteigen, um etwas zu besichtigen, und später dann zum nächsten Landungssteg weiterfahren. Die Boote sind wetterfest und auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Das Oberdeck ist offen, während das Unterdeck mit großen Panoramafenstern ausgestattet ist. Es werden am Abend jedoch auch luxuriöse Themse-Kreuzfahrten mit einem 4-Gänge-Menü, Champagner, Musik und Tanz angeboten. Paare können so einen romantischen Abend im wunderschön beleuchteten London verbringen.

Big Ben

Fälschlicherweise wird meistens der Glockenturm des Palace of Westminster in London als „Big Ben“ bezeichnet. Dabei ist es eigentlich der Name für die schwerste der insgesamt fünf Glocken in diesem Turm. Sie wiegt stolze 13,5 Tonnen. Richtig heisst der Uhrturm eigentlich Clock Tower oder auch St. Stephen’s Tower. Der 96,3 Meter hohe Uhrturm wurde im Jahr 1858 errichtet und ist seither eines der berühmtesten Wahrzeichen der Metropole London.

Die größte Uhr Großbritanniens hat vier Ziffernblätter mit einem Durchmesser von acht Metern. Es gibt insgesamt vier „Keeper of the Great Clock“, vier Mechaniker welche ständig im Einsatz sind, damit die große Uhr auch ordnungsgemäß funktioniert. Ein Elektromotor wird dreimal in der Woche eingeschaltet, um die Uhr des Big Ben aufzuziehen. Zu jeder vollen Stunde ertönt eine Melodie von Georg Friedrich Händel aus der Oper Messiah.

Der Palace of Westminster ist eigentlich eher als Houses of Parliament bekannt. Es wurde im Jahr 1834 durch einen Brand vollkommen zerstört, einige Jahre später jedoch wieder aufgebaut. Lediglich die Westminster Hall aus dem Jahr 1097 blieb bei dem Brand unversehrt und ist somit heute noch im Originalzustand. In diesem Gebäudekomplex wird auch heute noch Politik gemacht. Wenn im Parlament eine Tagung stattfindet, leuchtet im Uhrenturm eine Lampe. Besonders schön ist der Big Ben und der Palace of Westminster am Abend, wenn sie von einem warmen, gelben Licht angestrahlt werden. Am Wochenende und in den sitzungsfreien Monaten August und September, finden Führungen durch die Parlamentsgebäude statt.

Das Parlamentsgebäude mit dem Big Ben liegt direkt am Ufer der Themse und wurde im neugotischen Stil erbaut. Den Glockenturm kann man leider nur von außen bewundern, ein Betreten ist nicht möglich. Dennoch sollte jeder Besucher von London einmal diese Sehenswürdigkeit besichtigt haben, schließlich prangt der Big Ben auf den meisten Ansichtskarten aus London.